Bezirksamt ordnet Überstreichung der Außenfassade des Happy Go Lucky Hotel & Hostel an

Das Spiel um die Beseitigung des Schriftzuges „HappyGoLuckyHearts“ des Berliner Happy Go Lucky Hotel & Hostel geht weiter. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf fordert den Eigentümer auf, die bunte Fassade in den kommenden Tagen zu beseitigen. Alexander Skora wendet sich nun an die Öffentlichkeit. Unter www.happygoluckyhearts.com dürfen sich ab sofort Berliner oder Berlin-Liebhaber zur Fassade äußern.

Obwohl im letzten Jahr in einem persönlichen Gespräch zwischen Alexander Skora und dem damaligen Baustadtrat Marc Schulte (SPD) mündlich entschieden wurde, die Sache auf sich beruhen zu lassen, wenn die Pflege der Fassade regelmäßig erfolgt. Dies wurde auch in einem Gespräch vor ein paar Monaten mit dem neu gewählten Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Oliver Schruoffeneger (Grüne), vereinbart. Dieser bekräftigte darin zudem, dass er die Fassade persönlich sehr Berlin-typisch findet. Nun soll die Außenfassade auf einmal doch ganz schnell weiß überstrichen werden.

„Kunst ist lebendig und lebt von Veränderung. Man möchte uns aber zwingen das Kunstwerk und dessen Erhaltung als öffentlich-rechtliche Baulast ins Grundbuch eintragen zu lassen. Wir sollen die Kosten für Gutachter tragen, die alle paar Jahre den Zustand der Farbgebung feststellen und Arbeiten auf unsere Kosten beauftragen lassen können,“ erklärt Alexander Skora. „So wären wir daran gehindert, die Fassade anderen Künstlern künftig zur Verfügung zu stellen oder Dom Browne erneut als Leinwand zu überlassen.“

Ein derartiger Eintrag bedeutet für die Außenfassade, dass sie nicht mehr verändert werden darf. Zudem müsste diese alle paar Jahre erneut werden und unterläge der ständigen Prüfung des Bezirksamtes. Um der Forderung Schruoffenegers zu entsprechen, fragte Skora beim Bezirksamt, an ob man sich an den Kosten für die Pflege per Baulast in Zukunft beteiligt.

„Die Behörde aber lehnt dies ab und nimmt, in einer schon an Schizophrenie grenzenden 180 Grad Wendung, wie ein beleidigtes Kleinkind stattdessen das Verfahren zur „Beseitigung eines nicht genehmigten Werbeschriftzug“ erneut auf,“ erklärt der Eigentümer.

In einem persönlichen Schreiben fordert Baustadtrat Schruoffeneger den Alexander Skora nun auf, die gesamte Fassade innerhalb von 10 Werktagen zu überstreichen. Getreu dem Motto „Wenn Du nicht nach meinen Regeln spielst, dann gar nicht.“

Alexander Skora will sich so ein wirres Verhalten nicht bieten lassen und mobilisiert nun die Öffentlichkeit, die schon seit langem die Fassade überall im Internet bespricht. Auf der Website www.happygoluckyhearts.com können Berliner und Berlin-Besucher mitteilen, was die bunt gestaltete Fassade des irischen Künstlers Dom Browne für sie persönlich bedeutet.

„Wir möchten die Bevölkerung fragen, wie sie die Fassade empfinden und gern eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema in Gang setzen,“ sagt Skora. „Für uns ist das Kunstwerk von Dom Browne ein Ausdruck des Berliner Lebensgefühls:  Bunt, froh und frei.“ Unter dem Motto „Bringing Brightness to Berlin´s BureaucraZy“ macht Skora es sich auch zur Aufgabe auf die Willkür der Berliner Behörden unter Rot-Rot-Grün hinzuweisen.

In der Sonderbeilage des Berliner Kultmagazins ZITTY erschien vor kurzem ein Fotomotiv des Happy Go Lucky als Symbol Berliner Freiheit. Aufgenommen von einer Leserin, für die das Hostel in Berlin für Weltoffenheit, Toleranz und dem Freiheitsgefühl kurz nach dem Mauerfall 1989 steht.

Daneben wird Skora gegen den Widerspruchsbescheid Klage beim Verwaltungsgericht erheben, um die Umsetzung der Anordnung langfristig aushebeln zu können.

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Mareen Eichinger (PR & Kommunikation)
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